Ratgeber · CRM
CRM für kleine Unternehmen: brauchen Sie wirklich eines?
Ein CRM lohnt sich vor allem dann, wenn Leads nachweislich verloren gehen, mehrere Personen denselben Kundenstand brauchen, oder Nachfassen zufällig statt planmäßig passiert, nicht ab einer festen Kundenzahl.
Bevor ein CRM angeschafft wird, lohnt sich die umgekehrte Frage: Welches Problem soll es eigentlich lösen, und löst ein CRM dieses Problem tatsächlich? Dieser Beitrag zeigt konkrete Anzeichen, wann sich ein CRM lohnt, was es nicht ersetzen kann, und welche einfacheren Alternativen es vorher gibt.
Vier Anzeichen, dass ein CRM sich lohnt
Es gibt keine feste Kundenzahl, ab der ein CRM Pflicht wird. Diese vier Situationen sind zuverlässigere Signale als jede pauschale Größenangabe.
Leads gehen nachweislich verloren
Eine Anfrage kommt rein, wird notiert, und taucht drei Wochen später nirgends mehr auf. Wenn das wiederholt passiert, ist ein zentraler Ort für Kundendaten kein Luxus mehr.
Mehr als eine Person braucht denselben Kundenstand
Sobald zwei oder mehr Mitarbeitende mit denselben Kunden arbeiten, reicht ein persönliches Notizbuch oder eine private Excel-Datei nicht mehr aus, ohne dass Informationen verloren gehen.
Nachfassen passiert zufällig statt planmäßig
Wenn ein Angebot nur nachverfolgt wird, wenn zufällig noch jemand daran denkt, fehlt ein System, das Wiedervorlagen selbst im Blick behält.
Die Kundenhistorie lässt sich nicht mehr rekonstruieren
Wer wann was bestellt, reklamiert oder angefragt hat, ist über E-Mails, Notizen und den Kopf einzelner Mitarbeitender verteilt, statt an einem Ort abrufbar zu sein.
Was ein CRM allein nicht löst
Ein CRM ist eine Verwaltungssoftware für bestehende Kontakte. Diese drei Probleme werden häufig fälschlich einem fehlenden CRM zugeschrieben, obwohl die eigentliche Ursache woanders liegt.
Fehlende Leads
Ein CRM verwaltet Kontakte, es erzeugt keine neuen. Wenn das eigentliche Problem zu wenig Anfragen ist, liegt der Engpass in der Sichtbarkeit oder Lead-Generierung, nicht in der Verwaltung bestehender Kontakte.
Unklare Zielgruppe
Ein CRM kann Kunden nach beliebigen Kriterien filtern, es entscheidet aber nicht, nach welchen Kriterien segmentiert werden sollte. Diese Vorarbeit muss vor der Software-Einführung stehen.
Fehlende Prozesse
Ein CRM bildet ab, was ein Team bereits konsistent tut. Wenn niemand nachfasst, weil es keine Verantwortlichkeit dafür gibt, ändert die Software daran zunächst nichts, sie macht das fehlende Nachfassen nur sichtbarer.
Was vor einem CRM oft schon ausreicht
Nicht jedes kleine Unternehmen braucht sofort eine eigene CRM-Software. Diese drei Zwischenschritte lösen einen Teil der Probleme oft schon ohne zusätzliche Anschaffung.
Strukturierte Tabelle mit klaren Feldern
Für sehr kleine Kundenzahlen (grob bis 50-100 aktive Kontakte) reicht eine gut gepflegte Tabelle mit festen Spalten (Kontaktdaten, letzter Kontakt, nächster Schritt, Status) oft aus, solange nur eine Person damit arbeitet.
E-Mail-Postfach mit Ordnerstruktur und Labels
Für Ein-Personen-Betriebe mit überschaubarem Kundenkreis lässt sich ein einfacher Nachfass-Rhythmus manchmal allein über Kalendererinnerungen und ein sauber sortiertes Postfach abbilden, ohne zusätzliche Software.
CRM-Funktion innerhalb bestehender Tools
Manche Buchhaltungs- oder E-Mail-Marketing-Tools bringen eine einfache Kontaktverwaltung bereits mit. Bevor ein separates CRM angeschafft wird, lohnt sich ein Blick, ob eine vorhandene Software das bereits abdeckt.
Wer bereits weiß, dass eine Tabelle nicht mehr reicht, aber unsicher ist, wie Kunden sinnvoll gruppiert werden sollten, bevor überhaupt eine Software gewählt wird, findet eine praktische Methode im Beitrag zur Kundensegmentierung für kleine Unternehmen.
CRM ist ein Baustein, nicht das ganze Marketing
Im STEP/SEEDS®-Methodik-Vokabular ist CRM einer von sechs Kanal-Bereichen, mit rund 12 konkreten Handlungsempfehlungen von insgesamt 112. Ob CRM bei einem Unternehmen tatsächlich der größte Engpass ist, oder ob andere Bereiche wie SEO, Social Media oder E-Mail-Marketing wichtiger sind, lässt sich nur im Gesamtzusammenhang beurteilen, nicht isoliert am Kundenverwaltungs-Thema allein.
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Häufige Fragen zu CRM für kleine Unternehmen
Ab wann lohnt sich ein CRM für ein kleines Unternehmen?
Eine feste Kundenzahl als Schwelle gibt es nicht. Entscheidender ist, ob mehrere Personen denselben Kundenstand brauchen, ob Leads nachweislich verloren gehen, oder ob Nachfassen zufällig statt planmäßig passiert. Trifft mindestens eines davon regelmäßig zu, ist ein CRM meist gerechtfertigt, unabhängig von der genauen Kundenzahl.
Was kostet ein CRM für kleine Unternehmen?
Die Preisspanne reicht von kostenlosen Einstiegsversionen mit begrenztem Funktionsumfang bis zu mehreren hundert Euro im Monat für größere Teams mit Zusatzfunktionen. Da sich Preise und Funktionsgrenzen der einzelnen Anbieter regelmäßig ändern, ist die jeweilige Anbieter-Website die verlässlichste aktuelle Quelle, nicht eine hier fest genannte Zahl.
Löst ein CRM automatisch das Problem fehlender Kunden?
Nein. Ein CRM verwaltet und strukturiert bestehende Kontakte, es generiert keine neuen Leads. Wenn der eigentliche Engpass zu wenig Anfragen sind, liegt die Lösung eher bei Sichtbarkeit und Lead-Generierung als bei einer Verwaltungssoftware.
Reicht eine Excel-Tabelle statt eines CRM?
Für eine einzelne Person mit einer überschaubaren Kundenzahl oft ja, solange die Tabelle konsequent gepflegt wird. Sobald mehrere Personen gleichzeitig auf denselben Kundenstand zugreifen müssen oder die Tabelle unübersichtlich wird, stößt dieser Ansatz an seine Grenzen.
Wie hängt CRM mit dem restlichen Marketing zusammen?
Im STEP/SEEDS®-Methodik-Vokabular ist CRM einer von sechs Kanal-Bereichen, mit rund 12 konkreten Handlungsempfehlungen von insgesamt 112. Ob CRM bei einem Unternehmen tatsächlich der größte Engpass ist oder ob andere Kanäle wie SEO oder E-Mail-Marketing wichtiger sind, lässt sich nur im Gesamtzusammenhang beurteilen, nicht isoliert.
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