Ratgeber · KI und Recht

KI im Marketing für kleine Unternehmen: Einsatzfelder, Risiken und Kennzeichnung

KI im Marketing hilft kleinen Unternehmen vor allem bei Entwürfen für Texte, Ideen und Antworten. Sie ersetzt weder Fachwissen noch Prüfung. Jedes Ergebnis braucht eine menschliche Kontrolle, personenbezogene Daten gehören nur mit Rechtsgrundlage hinein, und seit 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten nach Art. 50 der KI-Verordnung.

Die Seite ordnet realistische Einsatzfelder, nennt die Grenzen, fasst die Datenschutzhinweise der Aufsichtsbehörden zusammen und erklärt, wann Sie KI-Inhalte kennzeichnen müssen.

Wofür eignet sich KI im Marketing?

KI-Werkzeuge liefern schnell Rohfassungen. Der Gewinn liegt in der Zeit bis zum ersten Entwurf, nicht in der fertigen Veröffentlichung. Die Verantwortung für Inhalt und Richtigkeit bleibt bei Ihnen.

Einschätzung der Redaktion STEP/SEEDS®, Stand Oktober 2026. Keine Rangliste von Anbietern.
AufgabeNutzenWorauf Sie achten
Entwurf für Newsletter oder BeitragStruktur und erste FormulierungenFakten, Zahlen und Namen selbst prüfen, eigenen Ton ergänzen
Themenideen aus KundenfragenMehr Ideen in kurzer ZeitNur Ideen übernehmen, die zu Ihrem Fachwissen passen
Antwortentwurf auf BewertungenHöflicher RohtextNie ungeprüft senden, keine Kundendaten eingeben
Zusammenfassung langer TexteSchneller ÜberblickWichtige Stellen im Original nachlesen
Übersetzung einfacher TexteSchnelle RohübersetzungRechtliche Texte und Preise von Fachleuten prüfen lassen
BildentwürfeIllustrationen ohne FotoshootingKeine realistischen Personen vortäuschen, Kennzeichnung prüfen

Texte, die auf Ihrer Website erscheinen, sollten Ihr Fachwissen und Ihre Erfahrung zeigen. Wie sie für KI-Assistenten auffindbar werden, steht im Ratgeber KI-Sichtbarkeit für kleine Unternehmen.

Wo liegen die Grenzen?

  • Falsche Angaben: Sprachmodelle können Fakten erfinden. Google empfiehlt ausdrücklich, Inhalte vor der Veröffentlichung manuell auf Richtigkeit und Vertrauenswürdigkeit zu prüfen (Google Search Central).
  • Massenproduktion: KI zu nutzen, um viele Seiten ohne Mehrwert zu erzeugen, kann nach Googles Angaben gegen die Spam-Richtlinien verstoßen. KI an sich ist nicht verboten.
  • Rechtliche Aussagen: Preise, Garantien, Heil- oder Leistungsversprechen gehören nicht ungeprüft in Werbetexte.
  • Erfundene Bewertungen: Gekaufte oder selbst geschriebene Bewertungen sind unzulässig, auch wenn eine KI sie formuliert. Hinweise stehen unter Google-Bewertungen für Unternehmen.
  • Entscheidungen: KI ist ein Hilfsmittel für Entwürfe und Auswertung. Die Entscheidung über Kunden, Preise oder Personal bleibt bei Menschen.

Was gilt beim Datenschutz?

Die Datenschutzkonferenz der Aufsichtsbehörden hat 2024 eine Orientierungshilfe als Checkliste für die Auswahl, Einführung und Nutzung von KI-Anwendungen veröffentlicht. Genannt werden unter anderem Zweckbestimmung, Transparenzpflichten, Betroffenenrechte und die Richtigkeit der Ergebnisse (DSK-Orientierungshilfe).

1

Zweck festlegen

Notieren Sie, wofür Sie das Werkzeug einsetzen. Ohne klaren Zweck lässt sich nicht beurteilen, welche Daten hineindürfen.

2

Keine Kundendaten in offene Chat-Werkzeuge

Namen, E-Mail-Adressen, Bewertungen mit Klarnamen und Gesprächsnotizen sind personenbezogene Daten. Anonymisieren Sie sie oder lassen Sie sie draußen.

3

Vertrag und Einstellungen prüfen

Verarbeitet ein Anbieter personenbezogene Daten in Ihrem Auftrag und nach Ihren Weisungen, ist ein Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO nötig. Zusätzlich brauchen Sie für die Verarbeitung selbst eine Rechtsgrundlage nach Art. 6 DSGVO. Prüfen Sie außerdem, ob Eingaben zum Training verwendet werden.

4

Datenschutzhinweise ergänzen

Verarbeitet die KI personenbezogene Daten, etwa im Chat auf Ihrer Website, müssen Sie nach Art. 13 DSGVO darüber informieren. Das gehört in die Datenschutzerklärung.

Diese Hinweise ersetzen keine Rechtsberatung. Bei Gesundheitsdaten, Daten von Kindern oder umfangreichem Einsatz sollten Sie Datenschutzfachleute hinzuziehen.

Wann müssen Sie KI-Inhalte kennzeichnen?

Die Verordnung (EU) 2024/1689 gilt allgemein ab dem 2. August 2026 (Art. 113). Art. 50 regelt Transparenzpflichten (Art. 50). Für kleine Unternehmen sind drei Fälle relevant.

Zusammenfassung des Wortlauts von Art. 50, keine Rechtsberatung. Für die maschinenlesbare Kennzeichnung durch Anbieter generativer Systeme (Absatz 2) gilt für Systeme, die vor dem 2. August 2026 in Verkehr gebracht wurden, eine Übergangsfrist bis 2. Dezember 2026 (Art. 111 Abs. 4, eingefügt durch die Verordnung (EU) 2026/1744). Diese Pflicht trifft die Anbieter der Systeme, nicht Betriebe, die ein fremdes System nur nutzen. Wer ein System unter eigenem Namen bereitstellt, kann selbst Anbieter sein.
FallWer ist verpflichtetWas ist zu tun
Chatbot oder KI-Gespräch mit Menschen (Abs. 1)Anbieter des Systems. Wer einen Chatbot unter eigenem Namen anbietet, kann selbst Anbieter sein.Personen informieren, dass sie mit KI sprechen, sofern das nicht offensichtlich ist. Wählen Sie Anbieter, die das vorsehen, und lassen Sie den Hinweis sichtbar.
Deepfakes: realistisch wirkende Bild-, Ton- oder Videoinhalte (Abs. 4)Betreiber des Systems, also SieOffenlegen, dass die Inhalte künstlich erzeugt oder manipuliert wurden. Für offensichtlich künstlerische oder satirische Werke gilt eine Erleichterung.
KI-Text zur Information der Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse (Abs. 4)Betreiber des SystemsOffenlegen. Entfällt, wenn der Text menschlich geprüft oder redaktionell kontrolliert wurde und eine Person oder ein Unternehmen die redaktionelle Verantwortung trägt.
Emotionserkennung oder biometrische Kategorisierung (Abs. 3)Betreiber des SystemsBetroffene über den Betrieb des Systems informieren. Im Marketing selten, die Datenschutzregeln gelten zusätzlich.

Werbetexte, Produktbeschreibungen und Newsletter betreffen nach dem Wortlaut nicht ohne Weiteres Angelegenheiten von öffentlichem Interesse. Wo die Grenze zu „öffentlichem Interesse“ verläuft, ist nicht geklärt, etwa bei Beiträgen zu Gesundheits- oder Finanzthemen. Dort empfiehlt sich der Hinweis, auch wenn Sie die Texte prüfen. Unabhängig von der Pflicht schafft ein kurzer Hinweis Vertrauen. Wie wir das selbst handhaben, steht auf der Seite KI-Transparenz. Bei Grenzfällen lassen Sie die Einordnung rechtlich prüfen.

Wie führen Sie KI im Betrieb ein?

Beispiel, illustrativ

Dienstleistungsbetrieb mit acht Beschäftigten, monatlicher Newsletter

Ablauf im Beispiel: Eine Person sammelt Stichpunkte und Fakten, die KI formuliert einen Entwurf, die Fachperson prüft Zahlen und Aussagen, ergänzt ein Beispiel aus dem Alltag und gibt den Text frei. Gespeichert wird der freigegebene Text mit Datum und Namen der prüfenden Person.

Die Beschreibung ist ein Muster. Der Aufwand und die Zeitersparnis hängen von Thema, Werkzeug und Übung ab.

  • Legen Sie eine Seite mit Regeln fest: erlaubte Werkzeuge, verbotene Daten, Pflicht zur Prüfung.
  • Benennen Sie je Text eine verantwortliche Person.
  • Beginnen Sie mit einer Aufgabe und werten Sie nach vier Wochen aus.
  • Dokumentieren Sie, welche Werkzeuge Sie einsetzen, für die Datenschutzerklärung und für Rückfragen.

Häufige Fragen

Muss ich KI-generierte Texte in meinem Marketing kennzeichnen?

Nach dem Wortlaut von Art. 50 betrifft die Textkennzeichnung Texte, die die Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse informieren sollen, und entfällt bei menschlicher Prüfung. Gewöhnliche Werbetexte fallen nicht ohne Weiteres darunter. Für täuschend echt wirkende Bild-, Ton- oder Videoinhalte (Deepfakes) gilt eine eigene Offenlegungspflicht.

Darf ich Kundendaten in ChatGPT oder ähnliche Werkzeuge eingeben?

Nur mit Rechtsgrundlage und passendem Vertrag. Namen, Kontaktdaten und Bewertungen mit Klarnamen sind personenbezogene Daten. Anonymisieren Sie sie vorher oder verzichten Sie darauf. Prüfen Sie Auftragsverarbeitungsvertrag, Speicherort und Trainingseinstellungen des Anbieters, bevor Mitarbeitende solche Daten eingeben, und legen Sie die Regeln schriftlich fest.

Mit welcher Aufgabe sollte ich anfangen?

Wählen Sie eine wiederkehrende Aufgabe ohne personenbezogene Daten, etwa Entwürfe für Beiträge oder Themenlisten. Legen Sie fest, wer prüft und freigibt, und werten Sie nach vier Wochen aus, ob Zeit gespart wurde und die Qualität gleich blieb. Erst danach erweitern Sie den Einsatz.

Bestraft Google Inhalte, die mit KI entstanden sind?

Nach Googles Angaben ist KI-Einsatz nicht grundsätzlich verboten. Inhalte müssen die Spam-Richtlinien und die Grundlagen der Google Suche erfüllen. Problematisch ist die massenhafte Erzeugung von Seiten ohne Mehrwert. Google empfiehlt ausdrücklich, Inhalte vor der Veröffentlichung manuell auf Richtigkeit und Vertrauenswürdigkeit zu prüfen.

Ersetzt KI meine Agentur oder meinen Texter?

Sie nimmt vor allem Routinearbeit ab und beschleunigt Entwürfe. Strategie, Fachwissen, Prüfung und Verantwortung bleiben Menschen vorbehalten. Ob sich externe Unterstützung weiter lohnt, hängt davon ab, ob Ihnen Zeit, Wissen oder beides fehlt. KI verschiebt diese Abwägung, ohne sie zu beseitigen.

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Wie sieht die Diagnose konkret aus? Aufbau und Tiefe zeigt der Beispielbericht (Beispielunternehmen mit erfundenen Daten), die Vorgehensweise die Methodik. Tarife stehen auf der Preisseite. Der Verkauf ist noch nicht geöffnet (Pilotphase zuerst).

Erst den Stand kennen, dann KI gezielt einsetzen

KI beschleunigt Entwürfe, ersetzt aber keinen Befund über Ihr Marketing. Der Verkauf der STEP/SEEDS® Diagnose ist noch nicht geöffnet. Auf der Preisseite sehen Sie die vorläufigen Tarife und die Warteliste.

Allgemeine Informationen, keine Rechts-, Steuer- oder Datenschutzberatung und keine Zusicherung eines bestimmten Ergebnisses. Beispiele sind als illustrativ gekennzeichnet. STEP/SEEDS® erbringt eine Beratungs- und Analyseleistung gemäß §§ 611 ff. BGB, ausdrücklich kein Werkvertrag gemäß §§ 631 ff. BGB.